Der Start in die neue Meisterschaftsrunde der 1. Ringer-Bundesliga ist zum Greifen nah, am 29. September eröffnet der RSV Rotation Greiz die Saison 2023/2024 mit der Begegnung gegen den SC Kleinostheim, am Samstag, 30. September kommt das Team aus Hessen bei seiner Ost-Tour zum AV Germania Markneukirchen.
 
Doch bis der erste Pfiff ertönt, die ersten Punkte eingefahren werden, gibt es noch viel zu tun, denn es soll nach dem Hallenbrand vor zwei Jahren nun endlich wieder in der wiederhergestellten Schrott-Stark-Arena gerungen werden. Dort sind die Handwerker, aber auch viele Vereinsmitglieder noch am Werken, um die Arena pünktlich fertigzustellen. „Wir sind sehr angespannt, aber es wird alles fertig, bis zur Neueröffnung am 26. September“, so der Vorsitzende Jens Berndt stolz auf die Arbeit der Firmen und vor allem auf sein ehrenamtliches Helferteam.
 
Vor zwei Jahren war die Arena ebenfalls schon fertig gebaut, als am 27. April 2021 ein Feuer wütete und die Arbeit mehrerer Jahre in wenigen Minuten vernichtete. „Damals standen wir vor einem großen Haufen Asche, aber Dank vieler Spenden und Fördermittel konnte die Arena wieder aufgebaut werden“, atmet der Vereinschef tief durch, denn der Wiederaufbau kommt einem Husarenstück gleich. Es waren nicht nur bauliche Hürden zu nehmen, sondern auch bürokratische-“, war Jens Berndt froh über den Rückhalt in der Region, selbst der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer stand den Markneukirchner Ringern bei und wird auch selbst bei der Neueröffnung am 26. September in Markneukirchen dabei sein. Während die Eröffnung am 26. September noch im Kreise geladener Gäste stattfindet, ist die Markneukirchner Bevölkerung am 29. September, also einen Tag vor dem ersten Mannschaftskampf gegen den SC Kleinostheim, zum ‚Tag der offenen Tür‘ eingeladen, denn das neue Objekt soll nicht nur den Ringern, sondern auch Freikämpfern und Kraftsportlern zur Verfügung stehen, auch die Sauna ist dann öffentlich.
 
Doch nicht nur die Handwerker legen den Endspurt ein, auch am Mattenrand gab es letztendlich noch einige Probleme. So hatte Mannschaftsleiter Jörg Guttmann mit dem Trainerteam Andy Schubert und Andre Backhaus das Team für die neue Saison frühzeitig zusammen, doch dann machten ausgerechnet die deutschen Behörden nahezu allen deutschen Spitzenvereinen einen Strich durch die Rechnung. „Viele der ausländischen Verstärkungen erhielten für die neue Saison kein Visum für Deutschland, wohl aus Angst, dass Türken, Moldawier, oder Athleten aus weiteren osteuropäischen Ländern dann hier um Asyl bitten“, schüttelt Guttmann den Kopf, denn die Ringer kehrten bislang jedes Jahr in ihre Heimatländer zurück. Während sich diese Probleme, vor allem mit den türkischen Athleten beim AV Germania noch in Grenzen halten, wissen andere Erst- und Zweitligavereine nicht, wie sie ohne diese Verstärkungen die Kämpfe bestreiten sollen, zudem die Wechselfrist für diese Saison bereits am 31. Mai endete und keine neuen Ringer verpflichtet werden können. „Sonst hatten wir immer Probleme mit den Botschaften aus den Heimatländern der ausländischen Verstärkungen, diesmal sind es die eigenen Institutionen und da ist wohl auch ein Schuss Unwissenheit und Arroganz dabei, die Weltklasseathleten, die zum Teil derzeit bei den Weltmeisterschaften in Belgrad (SRB) für ihrer Nationen kämpfen, für die kommenden vier Monate nicht ins Land zu lassen und das Visum zu verweigern“, ärgert sich Guttmann über die bürokratischen Hürden.
 
Drei Moldawier, zwei türkische Athleten, zwei russischstämmige Ringer einen Ukrainer und einen Italiener hat der AVG für die kommende Saison verpflichtet und ist dabei froh, trotz einiger Abwanderungen immernoch eine breite deutsche Achse aufbieten zu können, die diese Probleme nicht haben.
 
Jörg Richter