Anläufe hatte es viele gegeben, kleine Enttäuschungen ebenso. Heute fand eine lange Reise ihr Ziel: Unsere 1. Luftpistolen-Mannschaft hat den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt gemacht – und damit Vereinsgeschichte geschrieben. Schon mehrfach waren wir mit dem großen Traum vom Oberhaus zur Relegation an den Bundesstützpunkt nach Hannover gereist. Das Leistungsniveau stimmte, der letzte Schritt jedoch wollte nie so richtig gelingen. Diesmal sollte alles anders werden. Bereits einen Tag vor dem Wettkampf reiste unser Team in die niedersächsische Landeshauptstadt – frisch gekrönt als Meister der 2. Bundesliga, aber mit dem festen Vorsatz, nichts dem Zufall zu überlassen. 

Am Samstag nutzten die Jungs jede Minute, um sich mit dem Leistungszentrum für olympischen und paralympischen Spitzensport vertraut zu machen. Das erste freie Training machte Mut: Die Mannschaft war bereit, fokussiert und auf den Punkt vorbereitet. Der Wettkampftag begann früh. Bereits um 9 Uhr fiel am Sonntagmorgen der Startschuss für den ersten Durchgang. Die Konkurrenz war stark: die Meister der 2. Bundesligen Nord, Süd, Südwest und Süd sowie der Erstligist SV Lindwedel, der um den Klassenerhalt kämpfte. Die Atmosphäre war ungewohnt, die Anspannung spürbar – und genau das zeigte Wirkung. Unsere Gildeschützen erwischten keinen perfekten Auftakt, konnten ihre Trainingsleistungen nicht vollständig abrufen und fanden sich nach der ersten Runde mit 1824 Ringen zunächst nur auf Rang vier wieder. Doch Aufgeben kam nicht infrage. Unser Sportlicher Leiter reagierte sofort und setzte gezielt auf mentale Stabilisierung – Techniken, die sich das Team im vergangenen Jahr in einem mehrteiligen Mentalcoaching erarbeitet hatte. Mit Erfolg.

Im zweiten und alles entscheidenden Durchgang präsentierten sich die „Sperken“ wie ausgewechselt. Hochkonzentriert, mit einer kleinen personellen Umstellung und spürbarem Siegeswillen ging es an die Feuerlinie. Was folgte, war eine echte Leistungsexplosion: 1850 Ringe – das beste Ergebnis des gesamten zweiten Durchgangs. Am Ende stand ein Gesamtergebnis von 3674 Ringen und der umjubelte zweite Platz im Endklassement. Der Aufstieg in die 1. Bundesliga war geschafft. Im Bundesleistungszentrum kannte der Jubel keine Grenzen mehr – die Mühen einer ganzen Saison hatten sich im größten Erfolg der Vereinsgeschichte im Luftpistolenbereich ausgezahlt.

Den Sieg sicherte sich der SV Lindwedel mit 3677 Ringen und verhinderte damit den Abstieg. Bitter verlief der Wettkampf für den SV Haendorf, der mit 3672 Ringen und nur zwei Ringen Rückstand den undankbaren dritten Platz belegte.

Mit dem Abschluss der Relegation ist die Ligasaison bundesweit beendet. Für unsere Gilde beginnt nun ein neues Kapitel: Ab Oktober heißt es 1. Bundesliga. Und schon jetzt steht fest, dass das Vogtland und die Stadt Oelsnitz/Vogtl. zu den Gewinnern zählen – denn mit der Bundesliga kommen auch große Namen. Olympiasieger und deutsche Topschützen wie Christian Reitz werden in der Region mit ihren Vereinen erwartet. Das Vogtland darf sich auf Spitzensport freuen. Und die Oelsnitzer Schützen auf ein Abenteuer, das sie sich lange und hart erarbeitet haben.